Benjamin Heidersberger

Benjamin Heidersberger (* 1957 in Braunschweig) ist ein deutscher Medienkünstler, Publizist, Unternehmer und Kulturmanager. Er lebt und arbeitet in Berlin und Wolfsburg.
Heidersberger studierte ab 1978 Physik, Biologie und Informatik in Braunschweig (ohne Abschluss). Von 1978 bis 1984 war er Teil der Interdisziplinären Künstlergruppe Head Resonance Company in Wolfsburg „zur Erforschung der Gesetze, wie Ideen Wirklichkeit werden“, zusammen mit Peter Elsner, im Bereich Architektur, Musik, Performance und Installation. 1984 ging er nach Hamburg, arbeitete erst bei einem PC-Händler, publizierte ab 1988 als Redakteur der Computer-Zeitschrift MACup zu Hard- und Software, später auch Kunst, Technologie und Gesellschaft. Er begleitete dabei auch die Entwicklung eines Macintosh-Kompatiblen PCs aus Taiwan.

1989 wurde er Mitgründer der Ponton-Lab GmbH, die als Künstlergruppe auf der documenta 8 und Documenta IX, in Japan 1993 sowie der Ars Electronica 86, 89, 90 und 94 als Van Gogh TV interaktive Medien- und TV-Projekte realisierte. Dazu gehörte 1992 das internationale Projekt Piazza Virtuale, bei welchem während der 100 Documenta-Tage jeweils 90 Minuten Live-TV aus zwölf über Europa inklusive des vormaligen Ostblock verteilten Studios kombiniert und gesendet wurde. In diesem Jahr konzipierte er zudem die Ausstellung „Kreative Software – Menschen und Meilensteine“ für die Ars Electronica, worin historisch herausragende Software mit original-Hardware gezeigt wurde.

1993 bis 1994 lehrte Heidersberger an der Merz-Akademie in Stuttgart über Gestaltung elektronischer Medien. Das Ponton-Lab wurde in Hannover als Multimedia-Fullservice-Agentur mit 20 Mitarbeitern fortgeführt, wo u. a. die Web-Angebote niedersachsen.de für die Landesregierung und deutschland.de für das Bundespresseamt und später das Auswärtige Amt entstanden. 1998 startete er die spartenübergreifende Online-Community Kulturserver, welche online-Dienste ähnlich heutiger sozialer Medien für 20.000 Künstler.innen realisierte. Das Projekt wurde 1999 von der kubanischen Regierung zu einer Präsentation im Rahmen der internationalen Konferenz „Cultura y Desarrollo“ in Havanna eingeladen.

2002 gründete er im Schloss Wolfsburg das Institut Heidersberger gGmbH zur Archivierung und Publikation des Lebenswerkes seines Vaters, des Fotografen Heinrich Heidersberger, mit Unterstützung der Stadt Wolfsburg. Das Institut Heidersberger arbeitet mit zeitgenössischen Künstlern zusammen, die das Werk kontextualisieren. Im gleichen Jahr war er zudem Kurator der 4. Werkleitz Biennale real[work] für den Bereich Netzkunst.

Ab 2011 hielt Heidersberger Vorträge an der Humboldt-Universität zu Berlin, Fachbereich Medienwissenschaft und Musikwissenschaft. 2012 trug er die künstlerische Leitung und Produktion des Konzerts des Japaners Shinji Kanki zum Alvar Aalto Festival in Wolfsburg. Weiterhin realisierte er die algorithmische Klavierkomposition Pentatonic Permutations, mit einer Reihe von Konzerten und Klanginstallationen, u. a. auf der Ars Electronica 2016.

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Sessions

12-29
16:00
45min
Van Gogh TV - Piazza virtuale - Hallo hallo ist da jemand?
− Δ t, Salvatore Vanasco, Benjamin Heidersberger, Mike Hentz, Karel Dudesek, padeluun

"Piazza virtuale" der Künstlergruppe Van Gogh TV war nicht nur das größte Kunstprojekt, das es im Fernsehen jemals gegeben hat - aus heutiger Sicht
war das Projekt auch ein Vorläufer der sozialen Medien der Gegenwart.

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